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Zur Dritten Woche der Großen Fastenzeit – Zum Sonntag der Kreuzverehrung

Опубликовано: 25 марта 2011

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Антоний (Блум Андрей Борисович), митрополит

Аннотация. „Wir werden es selbst nie erfahren können, was es für Christus bedeutete, am Kreuz zu sterben. Auch unser eigener Tod kann uns dies nicht vermitteln, was der Tod für Ihn bedeutete, wie Der, der nicht sterben musste, doch freiwillig sterben wollte. Doch wir können lernen, mutig und selbstlos, immer tiefer und geübter am Leben Christi teilzuhaben, nach Seine Lehre zu leben und auf Seinen Wegen zu gehen. Dann werden wir es lernen, mit einer solchen Liebe anderen Menschen zu begegnen, die der Göttlichen Liebe immer näher kommt. So können wir dann auch begreifen, was der Tod – das heisst, sich ganz und gar selbst zu vergessen - mit dem Sieg der Liebe, mit der Auferstehung und dem Ewigen Leben gemeinsam hat.“ – aus einer Predigt zum Sonntag der Kreuzverehrung von Metropolit Antonij von Sourozh

25. März 1984

Mit den Worten der Heiligen Schrift verkünden wir, dass unser Herr Jesus Christus König, Prophet und Hohepriester der gesamten Schöpfung ist.

Der Herr hat uns gelehrt, dass in der christlichen Kirche und im Reich der Christen König nicht derjenige ist, der sich andere mit Gewalt unterwirft, um diese wie Sklaven zu unbedingtem Gehorsam zu zwingen, sondern der, der anderen dient und der sein Leben für die anderen hingibt. Der Heilige Johannes Chrysostomos meint, dass jeder beliebige Mensch ein Volk führen könne, dass aber nur der, der sein Leben für sein Volk hingibt, auch wirklich König dessen ist. Denn so beweist er, dass er sich wirklich mit seinem Volk identifiziert, dass es ihm in seinem Leben, in seiner gesamten Existenz um nichts anderes geht, als seinem Volk mit all seinem Leben und – wenn dies nötig ist -  auch mit dem Tod zu dienen.

Heute verehren wir das Kreuz des Herrn. Mit neuer Kraft, mit neuer Tiefe können wir begreifen, was es bedeutet, wirklich König zu sein und was der Dienst unseres Herrn Jesus Christus wirklich bedeutet. Dieser Dienst ist Liebe. Eine solche vollkommene Liebe, die Christus Sich Selbst vergessen lässt, die keine Grenzen kennt. Er vergisst Sich ganz und identifiziert Sich mit uns bis zu einem solchen Maße, dass Er in Seiner Existenz als Mensch sogar bereit ist, das Gefühl Seiner Einheit mit Gott aufzugeben, Der doch die Quelle des ewigen Lebens ist. Mehr noch, Er gibt das ewige Leben in Sich Selbst auf, um sich mit unserem Leben, dass vom Tod bestimmt ist, zu verbinden, um so ebenso wie wir sterblich zu werden. Eine solche Liebe macht unseren Herrn Jesus Christus zu unserem würdigen König. Vor einem solchen Königtum gehen alle auf die Knie (Phl. 2,10). Und gerade weil Christus so ist, kann Er auch der Hohepriester der gesamten Schöpfung sein. Die Hohepriester der Heiden haben - wie auch die in Israel - Opfer dargebracht, mit denen sie sich selbst nur in einem übertragenen Sinne identifizierten. Es war rein symbolisch. Es war ein Ritual. Unser Herr jedoch, Jesus Christus, brachte Sich Selbst als blutiges Opfer dar, obwohl es an Ihm nichts gab, wofür Er zu einem solchen Tod hätte verurteilt werden müssen. Er hat diesen Tod Selbst auf Sich genommen. Er sagt in Seinem hohepriesterlichen Gebet im Kreise Seiner Jünger: Der Fürst dieser Welt, der Widersacher, ist im Anmarsch. Er hat mit Mir nichts gemeinsam. In Christus gab es nichts, was der Macht der Todes und der Sünde unterstand. Zu Seinem Vater spricht Er: Ich weihe Mich für sie. Ich bringe Mich dar zum heiligen Opfer für mein Volk. Der Hohepriester, der Selbst das Schlachtopfer annimmt, befreit damit die gesamte Schöpfung von dem Grauen blutiger Opferdabringungen. Gleichzeitig offenbart Er uns, wie grenzenlos die Liebe Gottes ist. Sie sprengt alle Tiefen. In anderen Bildern können wir sie uns nicht vergegenwärtigen: Das Leben ist bereit, sich töten zu lassen. Das Licht bereit, gelöscht zu werden. Die Ewigkeit gibt sich hin, um den Tod der gefallenen Welt zu sterben.

Deshalb kann der Sohn Gottes auch wie ein Propheten zu uns sprechen. Ein Prophet ist nicht der, der nur die Zukunft vorhersagt. Ein Prophet spricht im Namen Gottes. In einem Buch des Alten Testaments heisst es, dass ein Prophet derjenige ist, dem Gott Seine Gedanken mitteilt. Christus kann nicht nur von Gott reden. Er verkörpert vielmehr ganz real mit Seinem Leben und mit Seinem Tod die sich opfernde und sich hingebende, vollkommene Liebe Gottes.

Das ist der Grund warum die Verehrung des Kreuzes so etwas Wunderbares darstellt in der Erfahrung der Kirche. Wir werden es selbst nie erfahren können, was es für Christus bedeutete, am Kreuz zu sterben. Auch unser eigener Tod kann uns dies nicht vermitteln, was der Tod für Ihn bedeutete, wie Der, der nicht sterben musste, doch freiwillig sterben wollte. Doch wir können lernen, mutig und selbstlos immer tiefer und geübter am Leben Christi teilzuhaben, nach Seine Lehre zu leben und auf Seinen Wegen zu gehen. Dann nämlich werden wir es lernen, mit einer solchen Liebe anderen Menschen zu begegnen, die der Göttlichen Liebe immer näher kommt. So können wir dann auch begreifen, was der Tod – das heisst, sich ganz und gar selbst zu vergessen -  mit dem Sieg der Liebe, mit der Auferstehung und dem Ewigen Leben gemeinsam hat.

Amen.

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