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  • Научная статья

Die Heilung des mondsüchtigen Jungen (Mt. 17,14-23)

Опубликовано: 14 октября 2010

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Антоний (Блум Андрей Борисович), митрополит

Аннотация. „Darin besteht wahrscheinlich unsere größte Tragik. Wir fürchten, dass, wenn wir sagen: „Lasst zum Herrn uns beten, denn Er wird helfen“, nichts geschieht, und dass wir somit entblößt dastehn und Gott wegen uns ebenfalls. In diesem Moment müssen wir uns sagen, dass die Liebe Gottes auch auf das unwürdigste Gebet eingeht, wenn dieses nur aufrichtig gesprochen wird und geboren ist aus wahrhaftigem Mitleid und aus all der Liebe, die wir vermögen zu geben, wie wenig es auch sein mag.“ – aus einer Predigt zum Thema der Heilung des mondsüchtigen Jungen von Metropolit Antonij von Sourozh

31. August 1986

Jedes Jahr hören wir an den Sonntagen immer die gleichen Auszüge aus dem Evangelium. Manchmal fragen deshalb die Leute: Warum wiederholen sich die Lesungen immer wieder aus neue? Besteht  die Antwort etwa nicht ganz einfach darin, dass wir zwar hören, aber nicht tun, was wir hören? Dies ist der Grund, warum der Herr immer wieder Seine Gebote und die Apostel immer wieder die gleichen Ereignisse aus dem Leben Christi wiederholen, in der Hoffnung, dass sie früher oder später unser Herz erreichen und unserem Leben eine Form geben.

Einer der Kirchenväter hat einmal gesagt, dass man das Evangelium nur in dem Maße verstehen kann,  wie man selber im Leben das anwendet, was der Herr sagt und dass man ebenso nur dann Sein Jünger ist, wenn man tut, was man gehört hat. Doch wie selten können wir sagen, dass wir wirklich etwas gehört und begriffen haben, was dann auch unser Leben verändert hat.

In den Heiligenviten lesen wir, wie manchmal ein einziger Satz aus dem Evangelium dem Leben eines Menschen eine völlig neue Wendung gegeben hat. Wer von uns kann behaupten, dass er den Herrn erhört hat und begriffen, dass Dieser sich mit Seinem Wort an jeden von uns persönlich wendet. Wer von uns hat daraufhin mit seinem gesamten Wesen, mit dem Herzen, dem Verstand, dem Willen und dem Körper auf dieses Wort mit einem Ja und Amen reagiert? Ja, Herr! Das ist die Wahrheit und ich werde in dieser Wahrheit leben! ...

Auch die Evangeliumslesung von heute ist eine, die für uns jedes Jahr gelesen wird. Der Herr steigt mit Seinem Jüngern vom Berg der Verklärung herab. Dort war alles von Schönheit und Harmonie erfüllt, dort war das Himmelreich sichtbar geworden, die Herrlichkeit Gottes im Glanze erschienen und auch alles herum war von diesem Glanz erleuchtet und spiegelte sich in ihm. In diesem Moment brannte die Liebe lichterloh. In jenen Minuten, in denen der Herr mit Moses und Elias über Seine Kreuzigung sprach, über Sein unendliches Opfer, d.h. über die vollendete Fülle und grenzenlose Wahrhaftigkeit Seiner Liebe für die Menschheit und zu Gott, war alles in Ihm, Seine Gottheit, Seine menschliche Seele, Sein menschlicher Leib, die geopfert werden sollten, ein Selbstopfer. Alles hatte die wirkliche Größe der Liebe erreicht. In diesem Augenblick passierte es, dass nicht nur das Antlitz Christi, Seine Hände und Sein Körper, sondern auch Sein Gewand in einem weißen Glanz wie von Licht erstrahlten, denn auch dieses war ergriffen und einbezogen in das Mysterium der Heil bringenden Liebe. Wir sehen hier, wie die Materie der Erde selbst, die ja ursprünglich auch von Gott stammt, auf dieses Mysterium reagiert. Wir sehen, wie die flammende göttliche Liebe mit ihrem Thema des Opfers alles verklärt, was diese Opfer ausmacht.

Nach diesem besonderen Moment befindet sich der Herr mit Seinen Jüngern im Tal. Und dort in der Niederung der Schatten und des Todes, im Tal der Tränen, treffen sie auf einen Menschen, dessen Herz sich quält, weil sein Sohn krank ist. Er hatte sich schon vorher an die Jünger Christi gewandt, doch nichts war geschehen. Christus dreht sich deshalb zu diesen um und sagt: Es ist nichts passiert, weil ihr keinen Glauben habt ... Doch hatte etwa der Mann selbst einen solchen Glauben, der Berge versetzt? Alles, was er aus der Tiefe seiner Verzweiflung hervorholen konnte, war Vertrauen, Vertrauen darauf, dass Christus Mitleid haben würde, Vertrauen auf die Liebe Christi und darauf, dass Dieser, Der so tief von der Not eines anderen Menschen angerührt sein kann, auch helfen wird. ... Wenn du nur ein klein wenig glauben kannst, sagt Christus zu ihm, dann wird dein Kind geheilt werden. Und die Antwort des Vaters lautet: Ich glaube Herr, hilf meinem Unglauben! ...

Was für ein Unterschied besteht zwischen diesem Mann und den Jüngern Christi? Nicht auch der gleiche wie zwischen ihnen und uns? Wir zögern zu glauben, wir entschliessen uns nicht zu vertrauen, wir fürchten uns, aus der Tiefe unserer durch Mitleid zerrissenen Seele, die uns mit dem, der leidet, eins sein lässt, gleichzeitig aber auch das körperliche oder seelische Leiden dieses Menschen für uns unerträglich macht, zu sagen: Ich kann etwas tun und werde es auch. ...

Darin besteht wahrscheinlich unsere größte Tragik. Wir fürchten, dass, wenn wir sagen: „Lasst zum Herrn uns beten, denn Er wird helfen“, nichts geschieht, und dass wir somit entblößt dastehn und Gott wegen uns ebenfalls. In diesem Moment müssen wir uns sagen, dass die Liebe Gottes auch auf das unwürdigste Gebet eingeht, wenn dieses nur aufrichtig gesprochen wird und geboren ist aus wahrhaftigem Mitleid und aus all der Liebe, die wir vermögen zu geben, wie wenig es auch sein mag.

Wir können jene Zeichen des Glaubens, die am Ende des Markusevangeliums aufgezählt werden, nicht erreichen. Wir können jedoch wenigstens eines tun, das, was der Herr Seinen Jüngern geboten hatte: Bringt ihn zu Mir!  Wenn ihr nichts tun könnt, wenn ihr keinen Glauben habt und keinen Mut, keine Hoffnung und kein Mitleid, wenn eure Liebe schwankt, dann bringt ihn zu Mir! ... Das könnten wir für jeden um uns herum tun, der sich in Not befindet, der von seelischen und körperlichen Leiden geplagt oder aber in Lebensgefahr ist. Führt ihn zu Christus, dass er vor dem Angesicht des Herrn stehen möge mit all seinem Leid. Je verzweifelter er ist, je hoffnungsloser seine Situation ist, um so mehr wird er fähig sein, Gott zu begegnen. Wenn doch auch wir so durchlässig wären für das Licht, wenn doch auch wir so auf Christus weisen könnten, wie es Johannes der Täufer getan hat oder die Apostel. Wenn wir doch nur den Weg zu Christus auftun könnten, damit Gott handeln kann. 

Amen   

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