Die Heilung der blutflüssigen Frau – Von Heilungen
„Denn Krankheit und Tod sind nicht nur durch äußere Umstände bedingt. In uns selbst hausen Bitternis und Hass und Geiz und Rachegelüste. Es sind so viele Dinge, die in uns die Lebendigkeit unseres Geistes töten und uns nicht leben lassen im Hier und Jetzt, mit dem Empfinden der Ewigkeit, also mit dem Ewigen Leben, was das Leben bedeutet im vollen Sinne dieses Wortes, das Leben in seiner Fülle.“ – aus einer Predigt zum Thema Heilungen von Metropolit Antonij von Sourozh
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Sehr oft berichtet uns das Evangelium von Menschen, die von Krankheiten geheilt wurden. Im Evangelium erscheint dies immer sehr einfach und klar: Es besteht eine Not und Gott geht auf sie ein. Nun stellt sich für uns die Frage, warum dies so nicht auch mit jedem von uns geschieht? Denn jeder von uns hat irgendein physisches oder aber auch psychisches Leiden. Heilung jedoch erfahren nur sehr wenige. Warum ist dies so?

Wenn wir das Evangelium lesen, dann sehen wir nicht, dass Christus nicht alle und jeden geheilt hat. Einer aus einer ganzen Masse von Menschen ging geheilt aus ihr nach Hause, doch viele, die auch an Leib und Seele erkrankt waren, blieben ohne krank zurück. Dies ist deshalb so, weil wir uns für die Wirkung der Gnade Gottes, damit sie unseren Körper und unsere Seele (oder beides zusammen) heilen möge, Gott hin öffnen müssen, nicht der Heilung, sondern Gott.

Sehr oft wollen wir Krankheit aus unserer Lebenserfahrung ausschließen. Nicht nur deshalb, weil Krankheiten uns das Leben schwer machen und einhergehen mit Schmerzen, sondern hauptsächlich deswegen, weil sie uns an unsere Gebrechlichkeit erinnern: Sie mahnen uns quasi: „Vergiss nicht, dass du sterblich bist! Dein gesamter Körper wendet sich dir nun zu und spricht: Du hast nicht die Macht, mir meine Gesundheit wiederzugeben, du kannst allein nichts bewirken. Ich kann einfach sterben, ausgelöscht werden, verfallen und dahinsiechen und dies kann das Ende des Lebens bedeuten.“ Ist dies nicht der Hauptgrund, warum wir mit allen Kräften versuchen, so schnell wie möglich gesund zu werden, ja um Gesundheit beten, um alles in der Welt?

Wenn wir aber in einer solchen Verfassung Gott bitten, dass Er uns heilen und uns in den Zustand der Unversehrtheit zurückführen möge, dann bedeutet dies, das wir nur darum bitten, um zu vergessen, um nicht mehr an unsere Sterblichkeit denken zu müssen, wobei sie uns doch eigentlich daran erinnern, ja wachrütteln sollte, dass wir uns bewusst sind, dass die Tage vergehen, die Zeit kurz ist und dass wir, wenn wir zur vollen Größe heranwachsen wollen, zu der wir hier auf der Erde berufen sind, uns beeilen sollten und alles von uns abzuschütteln, was wir in uns selbst haben und uns schon im Leben ersterben lässt. Denn Krankheit und Tod sind nicht nur durch äußere Umstände bedingt. In uns selbst hausen Bitternis und Hass und Geiz und Rachegelüste. Es sind so viele Dinge, die in uns die Lebendigkeit unseres Geistes töten und uns nicht leben lassen im Hier und Jetzt, mit dem Empfinden der Ewigkeit, also mit dem Ewigen Leben, was das Leben bedeutet im vollen Sinne dieses Wortes, das Leben in seiner Fülle.

Was können wir also tun? Wir sollten uns sorgfältig befragen und, wenn wir uns an Gott wenden mit der Bitte, dass Er uns Heilung schenken möge, uns selbst darauf vorbereiten. Denn geheilt zu sein bedeutet nicht nur unversehrt in sein Leben zurückzukehren, wie man es früher gelebt hat. Es bedeutet vielmehr die Unversehrtheit  wiederzuerlangen, um ein neues Leben zu beginnen, sich quasi bewusst zu machen, dass wir durch den Akt der Heilung durch Gott gestorben sind, dass alles, was unseren alten Menschen in seinem sich zersetzenden Leid ausmacht - von dem der Apostel Paulus spricht - aus uns fort muss, damit der neue Mensch in uns zum Leben erblühen kann. Wir sollten deshalb bereit sein, dieser neue Mensch zu werden durch den Tod des alten, und unser Leben neu beginnen. So wie Lazarus, der aus dem Grabe herausgerufen wurde, nicht nur einfach in sein altes Leben zurückkehrte, sondern, nachdem er etwas durchlebt hatte, was menschliche Worte nicht beschreiben können, erneuert in das Leben trat auf einer neuen Grundlage.

Sind wir in der Lage, eine solche Heilung anzunehmen? Sind wir damit einverstanden, die Verantwortung einer neuen Unversehrtheit auf uns zu nehmen, um wieder in die Welt zu gehen, in der wir leben, mit der Nachricht von unserer Erneuerung, als Licht und Salz, als Freude und Hoffnung, als Liebe und Hingabe an Gott und die Menschen?

Lasst uns darüber nachdenken, denn alle haben wir irgendeine Krankheit, alle sind wir so oder so gebrechlich, alle sind wir schwach und unfähig in der Fülle zu leben, nicht einmal in diesem Leben, das uns hier auf der Erde gegeben worden ist. Lasst uns darüber nachdenken und lasst es uns lernen, uns für Gott so zu öffnen, dass Er in uns das Wunder unserer Heilung vollziehen und uns zu neuen Menschen machen kann, damit wir unsere Erneuerung, die in der Tat eine Erneuerung durch Gott ist, in die Welt tragen, in der wir leben.

Amen
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